Zweitwohnungssteuer

Sofern Ihr Zweitwohnsitz nicht mehr besteht, so sollten Sie diesen unverzüglich an Ihrem Hauptwohnsitz abmelden.

Informationen zur  Zweitwohnungssteuer
Die Stadt Kalkar erhebt ab dem 01.01.2018 eine Zweitwohnungssteuer. Grundlage hierfür ist die Satzung über die Erhebung einer Zweitwohnungssteuer in der Stadt Kalkar vom 17.11.2017. Steuerpflichtig ist, wer im Stadtgebiet eine Zweitwohnung im Sinne der Satzung innehat.

Was versteht man hierbei unter einer Zweitwohnung?
Eine Zweitwohnung ist jede nicht als Hauptwohnung gemeldete Wohnung, die jemand für seinen persönlichen Lebensbedarf oder den seiner Familienmitglieder innehat. Dabei ist es unerheblich, ob sich die Hauptwohnung innerhalb oder außerhalb des Gemeindegebietes befindet.

Als Zweitwohnung gelten ebenfalls alle Mobilheime, Wohnmobile, Wohn- und Campingwagen, die zum Zwecke des persönlichen Lebensbedarfes auf einem eigenen oder fremden Grundstück abgestellt werden.

Liegen Ausnahmen vor?
Ja, keine Zweitwohnung ist eine berufsbedingt gehaltene Nebenwohnung eines verheirateten, nicht dauerhaft von seiner Familie getrennt lebenden Berufstätigen. Dies gilt, soweit sich der Berufstätige überwiegend im Gemeindegebiet aufhält und die eheliche bzw.  lebenspartnerschaftliche Wohnung die Hauptwohnung ist.
Eine Zweitwohnung liegt ebenfalls nicht vor, wenn der Inhaber die Wohnung im Veranlagungszeitraum nicht mehr als 6 Monate für seinen persönlichen Lebensbedarf oder den seiner Familienmitglieder nutzt. Entscheidend ist hier nicht die tatsächliche Anwesenheit sondern das Bestehen eines Miet-/ Pachtverhältnisses oder eines Eigentums.

Gibt es Ermäßigungstatbestände?
Nein, es gibt keine Vergünstigungen für bestimmte Personenkreise (z. B. Studenten oder Rentner)

Wann beginnt, bzw. endet die Steuerpflicht?
Die Steuerpflicht beginnt mit Beginn des Kalenderjahres. Wird eine Wohnung erst nach dem 01. Januar bezogen, so besteht eine Steuerpflicht ab dem ersten Tag des folgenden Monats.
Die Steuerpflicht endet mit Ablauf des Kalendermonats, in dem das Innehaben der Zweitwohnung endet.

Wie wird der Steuersatz ermittelt?
Die Steuer beträgt jährlich 11 % des Mietwertes.
Grundlage für die Berechnung der Zweitwohnungssteuer ist der Mietwert der Wohnung (§ 4 Zweitwohnungssteuersatzung der Stadt Kalkar). Dieser Mietwert wird für jede Wohnung individuell ermittelt. Grundlage für den Mietwert ist zunächst die Jahresrohmiete 1964. Die Jahresrohmiete 1964 ist die Miete, die der Inhaber der Zweitwohnung erzielt hätte, wenn er die Zweitwohnung in ihrer heutigen Lage und Ausstattung zum 01.01.1964 vermietet hätte. Diese Jahresrohmiete 1964 wird durch das Finanzamt Kleve im Rahmen der Einheitswertfeststellung für die Grundsteuer ermittelt. Die Stadt Kalkar hat auf die Ermittlung der Jahresrohmiete keinen Einfluss. Sie stellt den steuertechnischen Rechenwert dar.
Sie finden die Angaben über die Jahresrohmiete im Einheitswertbescheid vom Finanzamt.

Da der Mietwert durch die Finanzbehörden immer auf den Stichtag 01.01.1964 berechnet wird, wird dieser mittels eines bundeseinheitlichen Preisindexes auf die Verhältnisse des Erhebungszeitraumes (Kalenderjahr) hochgerechnet. Stichtag für die Hochrechnung ist dabei jeweils der 30.09. des dem Erhebungszeitraum vorhergehenden Kalenderjahres.

Der bundeseinheitliche Preisindex wird vom Statistischen Bundesamt bekannt gegeben und kann u. a. auf der Internet-Seite www.destatis.de unter >Zahlen und Fakten>Preise>Verbraucherpreisindizes unter dem Begriff „Verbraucherpreisindizes für Deutschland, - Jahresbericht -“ (Gliederungspunkt 1.1, SEA-VPI Nr. 041) nachgesehen oder beim Statistischen Bundesamt in Wiesbaden unter der Servicenummer Tel. 0611 75-4777 erfragt werden.


Ermittlung des Preissteigerungsfaktors (Index) für das Jahr 2018: 

IndexZeitraumIndex in Punkten
MietindexJanuar 1964 (Basis 1991)29,0
(bleibt unverändert)
MietindexJanuar 1995 (Basis 1991)119,2
(bleibt unverändert)
NettomietindexJanuar 1995 (Basis 2010)80,3
(ändert sich alle 5 Jahre)
NettomietindexSeptember 2017 (Basis 2010)110,1
(ändert sich jährlich)

Steigerung von 1964 bis 1995
Zunächst wird die Steigerung von Januar 1964 bis Januar 1995 auf der Basis von 1991 = 100 berechnet:
119,2 / 29 = 4,11034
Steigerung ab Januar 1995 bis September 2017
Auf der Basis von 2010 = 100 wird die weitere Entwicklung errechnet:
110,1 / 80,3 = 1,3711083
Multiplikation: 4,11034 x 1,3711083 = 5,63572

Der Preissteigerungsindex zum Stichtag 30. September 2017 für die Berechnung der Zweitwohnungssteuer 2018 beträgt 5,63572.

Durch Multiplikation dieses Faktors mit der Jahresrohmiete 1964 erhält man den  Mietwert der Zweitwohnung. Auf diesen Mietwert wird der Steuersatz (11 %) angewendet. Das Ergebnis ist der Jahresbetrag der Zweitwohnungssteuer.

Beispiel für 2018 (Zweitwohnung):

Jahresrohmiete zum 01.01.19642.500,00 DM(= 1.278,23 EUR)
Indexfaktor5,63572 
Mietwert 20187.203,75 EUR 
Steuerhöhe (11%)792,41 EUR 

Bei Mobilheimen, Wohnmobilen, Wohn- und Campingwagen ist der Mietwert die zu zahlende Standplatzmiete einschließlich Mietnebenkosten entsprechend den Bestimmungen des § 79 Absatz 1 des Bewertungsgesetzes. Kosten für Heizung und Strom zählen nicht zu den Nebenkosten des § 79 Absatz 1 BewG.

Beispiel für 2018 (Camping; 100 m² Stellfläche):

Jahrespacht
(500,00 EUR + 6,00 EUR / m²)
1.100,00 EUR 
Nebenkosten   369,00 EUR 
Mietwert 20181.469,00 EUR 
Steuersatz                   11 % 
Steuerhöhe161,59 EUR 

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