Wohngeld erstmalig oder neu beantragen

Durch die Wohngeldreform haben nun wesentlich mehr Menschen Anspruch auf Wohngeld als Mietzuschuss (bei Mietverhältnissen) bzw. Lastenzuschuss (bei Wohneigentum). Sollten Sie erstmalig einen Wohngeldantrag stellen oder sich zum Thema Wohngeldanspruch beraten lassen wollen, nutzen Sie bitte das Angebot unserer offenen Sprechstunde. Jeden Donnerstag zwischen 15 und 18 Uhr beantworten wir Ihre Fragen und händigen Ihnen die notwendigen Unterlagen aus, die individuell für Sie zusammengestellt werden. Auch eine telefonische Rücksprache ist möglich.

Einen ersten Überblick erhalten Sie online über den Wohngeldrechner des Landes NRW: www.wohngeldrechner.nrw.de

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hat hier weitere kurze Informationen zusammengestellt:

  • Was ist das Wohngeld?
  • Wie beantrage ich Wohngeld-plus?
  • Was bedeutet die Wohngeldreform für mich?

Über das Portal "Gemeinsam Online" können Bürgerinnen und Bürger ab sofort einen digitalen Wohngeld Miet- oder Lastenzuschuss Erstantrag stellen und Nachweise hochladen, sofern die digitale Ausweisfunktion freigeschaltet ist.

Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zu den Kosten für Wohnraum als Hilfe für Geringverdiener. Diesen Zuschuss gibt es als:

  • Mietzuschuss für Mieter einer Wohnung oder eines Zimmers,
  • Lastenzuschuss für Eigentümer eines Eigenheimes/einer Eigentumswohnung.

Voraussetzung für den Miet- oder Lastenzuschuss ist, dass der Wohnungsinhaber den Wohnraum bewohnt und die Miete oder Belastung dafür aufbringt. Es gibt keine Quadratmeterbegrenzung.

Ob Sie Wohngeld in Anspruch nehmen können und in welcher Höhe, hängt von drei Faktoren ab:

  • der Zahl der zu Ihrem Haushalt gehörenden Familienmitglieder,
  • der Höhe des Einkommens der zu Ihrem Haushalt gehörenden Familienmitglieder,
  • der Höhe der zuschussfähigen Miete bzw. Belastung.

Wer Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II oder SGB XII bekommt, ist nicht wohngeldberechtigt, da die Kosten der Unterkunft bereits von den jeweiligen Kostenträgern übernommen werden. Es kann sich jedoch unter bestimmten Voraussetzungen ein eigener Wohngeldanspruch für minderjährige Kinder ergeben, die noch im Haushalt der Eltern mit Leistungsanspruch SGB II oder SGB XII leben.

Wohngeld kann nur auf Antragstellung gewährt werden. Der Antrag wird längstens für ein Jahr bewilligt, danach ist ein Wiederholungsantrag zu stellen. Antragsformulare erhalten Sie in der Wohngeldstelle Kalkar (vgl. "Kontakt" im rechten Bereich der Seite) oder unter dem Link „Formulare“ im unteren Bereich dieser Seite.

Unter dem untenstehenden Link können Bürgerinnen und Bürger aus Kalkar einen Wohngeld-Antrag online stellen (zusätzliche Registrierung auf Webseite erforderlich). Da wir elektronische Akten führen, bitten wir um Übersendung Ihrer notwendigen Unterlagen als PDF. Sofern Sie Unterlagen in Papierform einreichen möchten, benötigen wir Kopien, da Originalbelege nicht zurückgesandt werden.

Ihren grundsätzlichen Wohngeldanspruch können Sie sich anonymisiert mit dem Wohngeldproberechner des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen ausrechnen lassen.

Voraussetzungen

Ob und in welcher Höhe Sie Wohngeld in Anspruch nehmen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wesentliche sind:

  1. Wie hoch ist Ihr Gesamteinkommen?
  2. Wie hoch ist Ihre Miete bzw. Ihre monatliche Belastung bei Wohneigentum?
  3. Wie hoch ist die Anzahl der Haushaltsmitglieder und wie hoch ist deren Einkommen?

Zu 1.: Das Gesamteinkommen ergibt sich aus der Summe der Jahreseinkommen aller zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder. Davon können bestimmte Freibeträge und Abzugsbeträge für Unterhaltsleistungen abgezogen werden. Die Einkommensermittlung orientiert sich am Einkommensteuergesetz, d.h. maßgebend sind die steuerpflichtigen positiven Einkünfte, ergänzt um einen Katalog zu berücksichtigender steuerfreier Einnahmen. Davon abzuziehen sind jeweils zehn Prozent, wenn im Bewilligungszeitraum Steuern vom Einkommen, Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung oder Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet werden.

Werden alle drei aufgeführten oder gleichartige Zahlungen geleistet, beträgt der Abzugsbetrag 30 Prozent.

Zu 2.: Miete ist das vereinbarte Entgelt für die Gebrauchsüberlassung von Wohnraum aufgrund eines Mietvertrages. Belastung bei Eigentümern sind die Aufwendungen für den Kapitaldienst und die Bewirtschaftung des Eigentums. Berechnungsgrundlage für das Wohngeld ist die sog. Bruttokaltmiete. Nicht zur Miete gehören z.B. Heizkosten und Kosten für die Erwärmung von Wasser. Auch Haushaltsstrom und Vergütungen für die Überlassung einer Garage oder eines Stellplatzes für Kraftfahrzeuge gehören nicht dazu.

Die Miete oder Belastung ist nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen zuschussfähig. Die Höchstbeträge richten sich nach dem örtlichen Mietenniveau, den sog. Mietenstufen, und der Anzahl der zu berücksichtigenden Hauhshaltsmitglieder.

Zu 3.: Haushaltsmitglieder sind die wohngeldberechtigte Person und weitere im Wohngeldgesetz ausdrücklich genannte Personen, wenn sie mit der wohngeldberechtigten Person die Wohnung, für die Wohngeld beantragt wird, gemeinsam bewohnen. Diese Wohnung muss für jede genannte Person der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen sein. Es werden sämtliche Haushaltsmitglieder berücksichtigt, wenn sie nicht vom Wohngeld ausgeschlossen sind. Sie sind vom Wohngeld ausgeschlossen, wenn Sie Transferleistungen (andere Sozialleistungen) bekommen, in denen Wohnkosten bereits enthalten sind, z. B. Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arbeitslosengeld II) oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.

Ebenfalls keinen Wohngeldanspruch haben alleinlebende Studierende und Auszubildende, die dem Grunde nach einen Anspruch auf BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) haben; auch dann, wenn BAföG oder BAB wegen zu hohem Einkommen der Eltern abgelehnt wurde.

Einzelheiten erfragen Sie bitte bei Ihrer örtlich zuständigen Wohngeldbehörde.

Fristen

Wohngeld wird in der Regel vom Ersten des Monats an geleistet, in dem der Antrag gestellt wird.

Weiterführende Informationen

Wer erhält Wohngeld? - Informationen des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (Link: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/themen/bauen/wohnen/wohngeld-2020-ratschlaege-und-hinweise.pdf;jsessionid=C99A666DE26B69898CF9CC22CA5B7432.2_cid373?__blob=publicationFile&v=2 Informationen des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen (Link: https://www.mhkbg.nrw/themen/bau/wohnen/wohngeld) Wohngeldrechner und Wohngeld-Online-Antrag des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen (Link: https://www.wohngeldrechner.nrw.de/wg/wgrbhtml/WGRBWLKM?BULA=NW )